Was bedeutet "Theater für die Allerkleinsten?"

Diese Theaterform versucht, die Perspektive der Kinder von 2 Jahren an aufwärts einzunehmen, Geschichten an ihrer Lebensrealität entlang zu entwickeln und ihnen so aufgrund ihres Alters als selbstbestimmten Menschen zu begegnen. Die Inszenierungen dieser Theaterform sind zumeist sehr bildhaft und haben wenig Text. Sie handeln oft von den scheinbar einfachen Dingen des Lebens wie Essen oder Schlafen, oder sie beschäftigen sich mit Themen, in denen Erwachsene bereits erfahren sind, die für Zweijährige aber außerordentlich spannend und komplex sind Themen wie Stadt und Natur, Gemeinschaft oder der Tod.

 

In dieser Theaterform wird viel mit Farben und Musik gespielt; Zirkus- und Zauberelemente sorgen für starke sinnliche Eindrücke. Und Materialien wie Holz oder Stein sowie Objekte (bspw. Kugeln, Würfel, Tassen etc.) spielen immer eine große Rolle, denn die Kinder können selbige anfassen und dadurch bauen sie einen konkreten, körperlichen Bezug zum Spiel auf der Bühne auf. So verschwimmen in jeder Vorstellung auch ein Stück weit die Grenzen zwischen Schauspieler_innen und Zuschauer_innen, zwischen Kindern und Erwachsenen. 

 

Zwei wesentliche Bestandteile des Theaters für die Allerkleinsten sind Partizipation und Selbstbestimmung. Die jungen Zuschauer_innen sollen das Theater nicht als bloße Konsument_innen eines Produkts erfahren, sondern als Teilhabende. So erfahren die Kinder die Welt als einen Ort, auf den sie aktiv einwirken können. Damit dies gemeinschaftlich und gleichberechtigt geschehen kann, haben sich bestimmte Umgangsformen eingebürgert: Die Kinder werden vor der Vorstellung willkommen geheißen. Sie werden über die Dauer der Inszenierung informiert, und es wird ihnen gesagt, dass sie sich während der Vorstellung frei zum Bühnengeschehen äußern dürfen (z. B. durch Lachen, Kommentieren oder Nachsprechen). Die Erwachsenen werden gebeten darauf zu achten, dass kein Kind während der Vorstellung die Bühne betritt. So wird gewährleistet, dass alle gleichberechtigt das Spiel sehen können. Denn das Selbst-Ausprobieren findet im sog. Nachspiel statt. Hier können die Kinder eigene Erfahrungen mit den Materialien des Stücks zu machen.

 

Engtsprechende Stücke: 

WENN BÄUME FALLEN